Hockst du noch oder bikest du schon?

Zugegeben, der Titel ist ein kleiner Zungenbrecher. Damit solche und andere Brüche nicht geschehen, verfügt heutzutage jedes Unternehmen oder jede Organisation, die etwas auf sich hält, über ein betriebliches Gesundheitsmanagement, so natürlich auch wir.

Unsere Gesundheitsförderung beginnt bei der jährlichen Teilnahme beim Team-Run am Züri-Marathon, geht über das Angebot von Massagen, zumeist ergonomisch eingerichteten Arbeitsplätzen und gipfelt beim alljährlichen Käse-Anlass, wo ausgiebigst NUR gesunde und kalorienarme Köstlichkeiten (wie Fondue oder Raclette) zu sich genommen werden. Manche mögen das als Konsum-Orgie abtun, ich nenne das dann Gesundheitsförderung für die Seele.

Als weiteren gesundheitsfördernden Höhepunkt gibt es in den Monaten Mai und Juni das traditionelle Bike to work, das auch dieses Jahr vom ambitionierten internen Organisationskomitee (bestehend aus dem Geschäftsführer und dem Autor) auf die Beine gestellt wird. Bike to work funktioniert ganz kurz erläutert so: Vier Mitarbeitende formieren sich zu einem Team und müssen während mindestens 50% der Arbeitstage einen Teil des Arbeitswegs mit dem Velo zurücklegen (Details unter: www.biketowork.ch)

Bild: Daniel Roncato

Das Gerät, das im Zentrum dieser Aktivität steht, geniesst verschiedene Namen. Velo und Fahrrad sind allen geläufig, auch das Zweirad oder der Drahtesel sind gemeinhin bekannt. Etwas ausgefallener wird es schon beim Veloziped, Hobel, Hirsch, Gummistuhl, Muskeltöff, Stahlross oder Passantenschreck, das wohl nur im Zusammenhang als solches erkennbar ist. Kennen Sie weitere Kunstformen?

Beim OK verpönt sind jedoch E-Bikes. Geht gar nicht! Zumal wir von derartigen Bestien regelmässig auf unseren Arbeitswegen mit einer Lockerheit überholt werden, die ihresgleichen sucht. Ich sage Ihnen: es ist pure Arroganz den Teamkollegen zu verkünden, man habe nun 7.83km in den Beinen ohne einen Tropfen Schweiss vergossen zu haben. Aber Achtung Sturzgefahr: Betriebsintern verbrieft ist der Umstand, dass Kolleginnen (oder nur eine?), die mit dem E-Bike unterwegs sind, die meisten Stürze verursachen. Das ist auch schon direkt vor unseren Augen passiert, als die Kollegin die letzte Kurve zu unserem Veloabstellplatz nicht korrekt angefahren ist. Sah noch lustig aus… Keine Sorge, der Kollegin ist nichts passiert. Apropos Sturzgefahr: Vielleicht kennen Sie auch die leicht ironische Andeutung auf Personen, die ihr Velo vor sich her schieben: „Wer sein Fahrrad und sich selber liebt, der schiebt“.

Da sich die verschiedenen internen Teams irgendwie voneinander abgrenzen müssen, sind seltsam-kreative Teamnamen gefragt, was immer wieder zu Kopfzerbrechen bei den Teilnehmenden führt. Aspirin nützt da nichts mehr. Bisher kamen wir auf Benennungen wie BeRADerinnen, Bicikletten, Die Radschlägerinnen, Bells Angels, Strampelhampel oder Radeldidadel. Für mein diesjähriges Team habe ich (inspiriert durch einen meiner Lieblingsmusiker) bereits jetzt schon einen Namen gefunden: Born tu baik.

Bike to work lohnt sich mehrfach. Die Mitarbeitenden sind gesünder (sofern sie nicht heftig stürzen), es macht Spass, kann auch einen kompetitiven Charakter bekommen unter den Teams und die eigene Organisation bekennt sich zu einem nachhaltigen Mobilitätsverhalten. Also unbedingt weitererzählen und die Vorgesetzten dazu nötigen, in die betriebsinterne schwarze Kasse zu greifen, um die Anmeldegebühr zu bezahlen. Je mehr Personen nämlich mitmachen, desto geringer ist meine Chance auf den Gewinn eines Preises. Allen eine gute und vor allem unfallfreie Fahrt!



Autor
Daniel Roncato, Beratung
daniel.roncato(at)stellennetz-zh.ch